12 Mär

Frühjahrs-Tagundnachtgleiche/ Ostara

geschrieben von Tanja Dreeßen

Früher galt der März mit seinem feuchten Wetter als schwierige Zeit, vor allem für Kinder oder geschwächte Menschen. Man spricht heute noch vom „Märzkalbl“, das die Kinder und eine/n Kranke/n „tritt“. In dieser Zeit trennte man sich nach dem Winter von den kranken und den schwachen Tieren, die zur Zucht nicht mehr geeignet waren. Daher auch der Begriff: „Ausmärzen“. 

Die Stärkung der Lebenskraft stand im Vordergrund, so sollte man an diesem Tag besonders kraftvolle Heilpflanzen sammeln, z.B. die „Nelkenwurz“, sie wird auch „Märzenkraut“ oder „Heil aller Welt“ genannt. Der Wurzelstock riecht stark aromatisch und wirkt bei Bronchial- und Lungenleiden, aber auch auf Magen- und Darmtrakt. Die Pflanze hat eine tonisierende, kräftigende Wirkung. Den Kühen gab man vor dem ersten Austrieb auf die Weide Nelkenwurz zu fressen, sie sollten so vor Krankheiten geschützt sein und fettere Milch geben. Man sprach der Pflanze auch eine schützende Wirkung gegen Verhexung und Übel zu.

ostara 02Es wurden auch so genannte „Gebildebrote“ gebacken, die für Fruchtbarkeit standen. Das Backen galt als heilige und magische Handlung, so wurden Visionen auf die Erde geholt. Die rot gefärbten Eier in dieser Zeit sind Sinnbild der von der Göttin neu geborenen Kraft. Die germanische Frühlingsgöttin hieß „Ostara“, sie war auch zugleich die Göttin der Morgenröte.

Hier finden Sie ein paar gesammelte Wettersprüche zur aktuellen Zeit.

So viel Nebel im Märzen, so viel Gewitter im Sommer.
Lang Schnee im März bricht dem Korn das Herz.
Wenn im März ist Mückenspiel, sterben der Schafe viel.
Trockner März erfreut des Bauern Herz. Feuchter und fauler März ist des Bauern Schmerz.
April nass und kalt, wächst das Korn wie ein Wald.
Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick

Wie können wir diese Zeit nun nutzen?

Wir können das Neue begrüßen und uns wieder mehr nach außen orientieren. Im Winter ging es darum, Kräfte zu erneuern, Ideen und Projekte auszubrüten und nun können wir schauen, was davon in die Tat umgesetzt werden will. Vielleicht brauchen wir noch etwas Mut, um uns auf den Weg zu machen?

Welche „Pflanzen“ sollen in diesem Jahr wachsen, welche Vision will auf die Erde gebracht werden?

Es können „einjährige“ Kurzprojekte sein, aber auch langfristige Projekte, die „Bäume“ und „Sträucher“ des Lebens, können gepflanzt, gehegt und gepflegt werden. Es geht darum, Wurzeln zu bilden für die Dinge, die wichtig sind und darum, die richtige Nahrung zu finden. Was nährt uns, was schwächt uns? Möchte etwas aussortiert werden? Ein klarer Fokus auf diese Fragen kann helfen unser inneres Feuer zum Leuchten zu bringen, so dass wir unsere Ziele und Wünsche verwirklichen können. So kann Lebenskraft auch in uns aufsteigen.

Wir können allgemein dem Thema „Nahrung“ mehr Aufmerksamkeit schenken. Der Frühling ist eine beliebte Jahreszeit für Entgiftungs- und Entschlackungskuren. Fasten kann ein guter Einstieg in neue Ernährungsgewohnheiten sein.
Wir können entrümpeln und uns von altem Ballast trennen, innerlich und äußerlich, wie bei einem Frühjahrsputz im eigenen inneren Haus. So entledigen wir uns alter Lasten, die niemandem mehr dienen.

ostara 03Die kommende Zeit lädt uns dazu ein, uns mit frischen Kräuter, die die Natur uns schenkt, zu stärken. Löwenzahn, Brennnessel und Bärlauch sind Powernahrung in Ihrem Smoothie.

Auch das Scharbockskraut passt dazu, die Blätter sollten allerdings nur vor der Blüte in kleinen Mengen gegessen werden, da sie kleine Mengen giftiger Scharfstoffe enthalten, die beim Aufblühen vermehrt vorhanden sind. Gesammelt wird also im März und April vor der Vollblüte (gelb).

Sammeln Sie dazu die jungen Blätter und verwenden Sie sie sofort frisch oder trocknen Sie sie möglichst bald an einem gut belüfteten und schattigen Ort. Es dürfen sich keine braunen Stellen bilden. Frische Kräuter bereichern ebenso unsere Salate und wie wäre es mal wieder mit selbst gemachtem Kräuterquark? In früheren Bräuchen wurde nach der Säuberung der Häuser ein Segnungsritual durchgeführt. Man nahm einen Birkenzweig, tauchte ihn in Salzwasser und alle Eingänge des Hauses wurden besprengt und damit gesegnet und geschützt. Auch für die innere Reinigung und Entrümpelung bietet sich ein Ritual an, der Fantasie sind dort keine Grenzen gesetzt.

Wir wünschen Ihnen eine stärkende, erfrischende Zeit, viel Freude und Inspiration!

Ihre Tanja Dreeßen (Heilpraktikerin für Psychotherapie)

 

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