Kongress 2013: EUROPAS TRAUM / Ein Festival europäischer Kultur und Spiritualität

 

EUROPAS TRAUM

EIN FESTIVAL EUROPÄISCHER KULTUR UND SPIRITUALITÄT

SEPTEMBER 2013 AUF DER BURG LUDWIGSTEIN

 

Während dieser drei Tage haben wir uns einem alten Traum zugewendet. Es war Europa, eine Frau, die diesen Traum hatte. Sie wird auch „die Weitblickende“ genannt und ist eine Seherin. Sie ist es, die den alten Traum träumt von einer spirituellen Tradition, die aus unserer Kultur stammt und mit unserer Kultur verbunden ist. Als Seherin hat sie Gewissheit über die Dinge, die kommen werden - eine europäisch schamanische Tradition unserer Zeit gehört dazu. Einen Bezug zu einer vertrauten Landschaft, zu Liedern, Märchen und Mythen, eine Verbindung zu den Ahnen - diese erdige Verwurzelung können wir von anderen Kulturen nicht lernen. Unsere europäische Kultur ist unsere eigene Wurzel, auch wenn Schamanismus allen Menschen, und allen Kulturen eigen ist.

Diese Wurzeln wollten wir uns wieder aneignen. Dafür konnte dieses Festival ein wichtiger Schritt werden. Unsere eigenen Wurzeln gut zu bewässern, dazu wurden unsere verborgenen Schätze an altem europäischem Wissen gehoben und gefeiert. Menschen, die solche Erfahrungen hüten und leben, teilten sie mit uns. Wir alle nahmen diese Inspirationen auf und entwickelten sie weiter. Ein breites Spektrum von Veranstaltungen zu diesen Themen boten eine Vielfalt an Möglichkeiten sich zu orientieren und am Projekt eines spirituellen Europa mitzuarbeiten. 

 

Eindrücke vom Festival „Europas Traum“ im September 2013 auf der Burg Ludwigstein

Zwei Jahre intensive Vorbereitung für das Festival Europas Traum auf der Burg Ludwigstein sind abgeschlossen.

Referenten und Künstler aus Irland, Norwegen, Finnland, Österreich, Estland und Deutschland trafen einen Tag vor Festivalbeginn auf der Burg Ludwigstein ein und versammelten sich zu einem Einführungsritual im Festsaal. Jede/r stellte sich vor und spach über die eigenen Vorstellungen von Europa, von Schamanismus und Spiritualität, von Gemeinsamkeiten und Trennendem. Im Verweben der unterschiedlichen Aspekte entstanden Wünsche und Hoffnungen, die die Älteste, Judith Hoad aus Irland und der Jüngste aus Deutschland, Jörg Spätig, dem Kosmos mitteilten. Sie lagen unter einer riesigen Pferdetrommel auf dem Boden, über ihnen vibrierte der Klang der Trommel und trug die Wünsche in alle Richtungen.

Einen Tag später reisten die Teilnehmer an, auch sie wurden mit einem Ritual in den Kreis aufgenommen. Wir waren miteinander verbunden, mit allem was ist.

Nach dem beeindruckenden Eröffnungsritual gab der erste Abend Einblick in die Vielfalt des Angebotes, mit einzelnen Kurzdarbietungen und Spontaneinlagen zur Einstimmung.

Einige Teilnehmende wunderten sich über die einfachen Unterkünfte. Nun, dafür war der Preis günstig! Von Anfang an wurden die gekennzeichneten Treffpunkte intensiv für Gespräche genutzt. Wunderbar war die offene Feuerstelle als Treffpunkt im Eßsaal. Menschen die sich vorher nicht kannten, fanden dadurch Wege sich zu begegnen.

In den folgenden zwei Tagen eröffnete sich in den Workshops, für alle, ein ungeahnt vielseitiges Spektrum an Eindrücken zum Thema „europäische Spiritualität“ und „lebendige schamanische Traditionen in Europa“ .

Da war Emer aus Irland, die mit ihrem erdigen und schamlosen Humor ein recht ungewohntes Bild einer echten Druidin vermittelte. Schockierend war auch ihr Ausbildungsweg. Jede einzelne der vielen Stufen dauerte sage und schreibe 19 Jahre. Wer hätte das gedacht?

Und da war Judith. Als europäische „indigene“ Großmutter konnte sie würdig mit allen alten Frauen aus fernen Ländern mithalten. Sie baut ihr Gemüse in den Bergen Donegals selbst an und erzeugt ihren Strom autark. Sie kennt die Pflanzenheilkunst in ihrer ganzen Tiefe.

Peter aus Irland lehrte die Kunst des Bogenschießens als alten Erkenntnisweg für unsere Kulturgeschichte, einen besonders unbestechlichen spirituellen Pfad.

John und Claire, auch aus Irland, weihten uns in die alte Kunst der Barden ein, das Harfenspiel und die mündlich weitergegebene Erzählung von altem Wissen in Geschichten. Überraschend und sehr phantasievoll, lebendig und alltagstauglich war ihr Angebot an echter Weisheit.

Mikk und Kristel aus Estland tauchten mit uns in die Kunst des überlieferten spirituellen Gesangs aus Estland ein. Sie teilten auch ihre erdige traditionelle Art einer Ahnenverbindung mit uns allen. Ein Film über Estland brachte uns dieses, bei uns noch wenig bekannte, aber sehr besondere europäische Land sehr nahe.

Gro aus Norwegen sah zwar nicht aus wie eine Großmutter die mit Wölfen arbeitet, sie ist es aber. Sie führte ruhig und besonnen in die Kunst der schamanischen Reise ein.

Wai und Dave aus Neuseeland teilten mit uns Erfahrungen ihrer schamanischen Tradition ganz praktisch.

Aber es gab auch viele Workshopthemen für Herz und Hand die aus Deutschland kamen. Beim Destillieren und Herstellen von Salben war ein aktiver Beitrag aller Teilnehmenden gefragt. Dies galt auch für die Filzarbeiten mit alten Symbolen Europas oder die Umsetzung von Wissen über die „schwarzen Madonnen“ als Skulptur. Eine Gruppe von Frauen ohne Vorkenntnisse lernte in kürzester Zeit eine berührende Art von georgischem polyphonem Heilgesang und beeindruckte damit das ganze Festival. Kreistänze, Schauspielkunst und eine Annäherung an alte europäische Labyrinthe waren weitere entscheidende Aspekte des Festivalthemas. Sie alle waren auf ein erlebendes Mitgestalten ausgerichtet. Ein ganz neues und doch uraltes Berufsbild, das der „Sterbeamme“, wurde vorgestellt und damit als eine neue Interpretation von altem europäischem Brauchtum nachvollziehbar. Festliche Rituale im Alltag wurden uns nahe gebracht und in Übungen für das Leben zuhause nachvollzogen.

Ein multimedia Vortrag über die Geschichte Europas stieß auf großes Interesse. Weshalb wir alle als Europäer/innen eine wesentlich gemeinsame Kulturgeschichte haben, das wurde durch den Bericht der Geschichte von unten, Bilder, Geräusche, Musik und die deutliche Stimme der Frauen gut erfahrbar. Ja, wir sind alle in erster Linie durch die Geschichte Europas geprägt.

Selbstredend waren wir alle beim Festival nicht nur lernend und fleißig. KILA, die irische Band sorgte mühelos dafür, dass Abends der Saal im Nu kochte.

Wer Lust dazu hatte, fand beim Handwerkermarkt Gelegenheit wunderschöne, handgearbeitete Dinge zu kaufen und konnte viel neue Informationen dazu erhalten. Auch die künstlerische Ausgestaltung der Räume von Anna Katariina Holmerus und Jörg Spätig trug erheblich dazu bei, die Atmosphäre einfühlsam und beeindruckend zu gestalten.

Das berührende Schlußritual fing alle, die noch hier und da schauten, ein und gab dem Ende eine neue Richtung.

Und was bleibt?
  • Wir haben durchweg begeisterten Zuspruch für Inhalte und Organisation erhalten.
  • Europa ist für viele spürbar und in seiner spirituellen Tradition präsent geworden.
  • Viele neue Ideen und Inspirationen gingen hinaus in die Welt.

 

Darüber freuen wir uns sehr und spinnen bereits Fäden für den nächsten Kongress 2015.


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